Die Entstehung des Ortes Colmnitz
Der Ort Colmnitz ist wahrscheinlich nach einem Berg namens Kulm oder Colm im Niederdorf benannt. Der Name sagt aus, dass es sich um ein von Slaven gegründetes Dorf handelt. Bevor der Name „Colmnitz“ in der heutigen Schreibweise verwendet wurde, waren folgende Namen gebräuchlich:
Collmitz, Collmnitz, Colmitz, Colbenitz, Kollmitz, Kollmnitz, Kolmniz oder die
Kolmenicz
1173 wurde Colmnitz zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Besiedelt war das Gebiet wahrscheinlich zur Gründungszeit der Burg Meißen im 9. und 10. Jahrhundert.
Vor der Gründung unseres Dorfes war die gesamte Landschaft mit einem großen Wald bedeckt. Der „Große Grenzwald Erzgebirge“, die „Böhmischen Wälder“ bildeten Jahrhunderte hindurch einen Schutzstreifen zwischen Sachsen und Böhmen.
Eine Slavenschar (sorbische Bewohner des Meißner Niederlandes) hat sich damals auch im Tal der Colmnitz niedergelassen. Der erste Weg wurde zunächst links und rechts entlang des Dorfbaches angelegt. Die angrenzenden Landflächen wurden in streifenartige nebeneinanderliegende „Hufen“ zerschnitten, welche einzelne Familien zur Bewirtschaftung erhielten. Jeder Hufenbesitzer baute sich dann auf seinem Grundstück nahe der Dorfstraße die nötigen Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Dadurch entstand eine Ortschaft, die einer langen Gasse glich.
Die slavischen Urbewohner mussten sich in dieser Zeit entweder eine neue Heimat suchen oder sie wurden in die jetzt germanische Gemeinde aufgenommen. Folgende Bezeichnungen erinnern an diese ersten Germanen:
Strutte - Gestruttich, Gestrüpp, Buschwerk, Dickicht
tiefes Gewände - tief liegender Landstrich
Theler-Leite - Bergabhang, der Theler gehörte
Colmnitz wurde unterteilt in Nieder- und Obercolmnitz, wobei jeder Dorfteil einen besonderen Gemeindevorsteher besaß. Außerdem hatte das Dorf einen Erbrichter und vier Gerichtsschöppen.
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