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Die Talsperre Klingenberg

Talsperre KlingenbergDie Klingenberger Talsperre ist ein lohnendes Ausflugsziel oberhalb des Pretzschendorfer Ortsteils Klingenberg. In rund 3 Stunden kann sie umwandert werden, Speis und Trank zur Stärkung werden in der „Waldschänke“ und im „Lindenhof“ angeboten. Baden darf man jedoch nicht, denn es ist eine Trinkwassertalsperre.
Zur Zeit ihres Baus als „König-Friedrich-August-Talsperre“ von 1911 bis 1914 war der Stausee die größte Talsperre Sachsens.
Stausee:

  • Länge: 4 km
  • Stauraum: 16,38 Mio. Kubikmeter
  • Spiegelhöhe: 392 m
  • Größte Wassertiefe: 29 m
Talsperre
Sperrmauer Staumauer:

  • Höhe: 46 m
  • Länge: 312 m
  • Stärke unten: 36,7 m
  • Stärke oben: 5,5 m
Nutzen:

  • Hochwasserschutz
  • Trinkwassertalsperre
  • Angelgewässer (Fische: Zander, Karpfen, Plötze, Schleien)
  • Erholung
Talsperre mit Sperrmauer

Bau der Talsperre:
Bauzeit: 1911 - 1914, Vorarbeiten ab 1907 und Nacharbeiten bis 1915

Talsperrenbau

Die Bauplanung begann um 1905 nach den katastrophalen Hochwasserschäden vom 30. Juli 1897 in den Flusstälern des Osterzgebirges. Außerdem verlangte die sich entwickelnde Industrie im Freitaler Raum Trink- und Brauchwasser.
Der Entwurf und die Oberbauleitung lag in den Händen der Königlichen Wasserbaudirektion Sachsen mit dem Baurat Creß. Der Architekt war Professor Hans Poelzig aus Breslau. Noch heute staunen wir nach über 80 Jahren über die solide Bauausführung: Gäste aus Ägypten und Russland sowie Fachleute aus anderen Ländern waren von dieser Handarbeit beeindruckt.

Die Gneisbruchsteine wurden in unmittelbarer Nähe, an der Westseite des Tales, gebrochen. Jeder Stein wurde einzeln gewaschen, behauen und mit einer kleinen Feldbahn bis zum Einbau auf die Mauer transportiert. Vom Bahnhof Klingenberg–Colmnitz fuhr vom 26. Juni 1911 bis 23. Juni 1914 eine 3,7 km lange Werkbahn auf einer eigenen Trasse über die Ahornallee bei Neuklingenberg und die damals von bayerischen Zimmerleuten gebaute Streichholzbrücke aus Baumstämmen zur Baustelle. Sie transportierte alle Baustoffe. Die Bauern der Nachbardörfer hatten mit ihren Pferdefuhrwerken ebenfalls Anteil am Antransport des Baumaterials.

Beim Bau der Talsperre waren bis zu 5000 Arbeiter beschäftigt. Es waren Einheimische, Soldaten, Bayern, Österreicher, Südtiroler, Italiener, Kroaten, Serben, Tschechen und Siebenbürger. Viele wohnten in der früheren Holzmühle, die dort stand, wo heute das Wasser ist. Die Arbeiter schliefen in dreistöckigen Betten. Mit Hundefuhrwerken brachten Bäcker und Fleischer die Verpflegung aus den Nachbardörfern. Es gab oft Prügeleien. Deshalb war in Neuklingenberg extra ein Polizeiposten eingerichtet worden.

1953 wurde eine Vorsperre zur Schlammabsetzung gebaut.


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