Ortsteil Klingenberg

Der Pretzschendorfer Ortsteil Klingenberg mit etwa 1.500 Einwohnern setzt sich aus dem eigentlichen Dorf sowie dem Ortsteil Neuklingenberg, den Häusern am Bahnhof und einzelnen Gebäuden an der Talsperre zusammen.
Erstmals wurde der Ort 1351 urkundlich erwähnt. Seinen Namen hat er wahrscheinlich von dem althochdeutschen Wort „chlinga“, was „der klingende, rauschende Gebirgsbach“ bedeutet.
Klingenberg liegt am Tharandter Wald und an der Wilden Weißeritz. Bekannt ist der Ort durch seine
Trinkwassertalsperre, die von 1911 bis 1914 als „König-Friedrich-August-Talsperre“ gebaut wurde und zu dieser Zeit die größte Talsperre Sachsens war. Um Baumaterial dorthin zu bringen, wurde eine kleine Bahnlinie vom Bahnhof aus gebaut. Sie führte über die so genannte Streichholzbrücke. Diese überspannt den 18 Meter tiefen „Langen Grund“ mitten im Wald kurz vor der Talsperre.
Die Talsperre ist 4 Kilometer lang und fasst ca. 16,38 Mio. Kubikmeter Wasser. Die Staumauer hat eine Höhe von 46 Metern und ist 312 Meter lang. Obwohl der Stausee als Trinkwasserlieferant für den Sport- und Badebetrieb gesperrt ist, stellt er ein attraktives Naherholungsgebiet dar.
An der Talsperre laden der „Lindenhof“ und die „Waldschänke“ zur Einkehr ein. Weitere Gaststätten sind das Hotel „Zur Neuklingenberger Höhe“ in Neuklingenberg und der „Sachsenhof“ am Bahnhof. Dieser wurde 1862 von einem Mann namens Sachse erbaut, der zu dieser Zeit der Besitzer des Klingenberger Rittergutes, einer der ältesten Ritterburgen Sachsens, war.

Neben der Talsperre ist auch das Damwildgehege ein lohnendes Wanderziel. Es wurde im Jahre 1988 eingerichtet und umfasst eine Fläche von 12 Hektar. Hier leben etwa 200 stattliche Exemplare Damwild. Mit etwas Glück kann man ein Rudel ganz aus der Nähe beobachten.
Auch das Naherholungsgebiet Tharandter Wald bietet vielfältige Wander- und Radfahrmöglichkeiten: So ist der Mittelpunkt Sachsens an der Diebeskammer im Tännichtgrund von Klingenberg aus gut zu erreichen, außerdem der „Lips-Tullian-Felsen“, der an einen legendären Räuberhauptmann erinnert, und die Warnsdorfer Quelle bei Grillenburg. Auch der Naturerlebnishof
Weidegut in Colmnitz kann von Klingenberg aus erwandert werden.
Die Klingenberger Kirche wurde von 1740 bis 42 erbaut als Ersatz für die baufällig gewordene, etwas kleinere Dorfkirche, die um 1581 entstanden war.
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